Gewinner der Karl Max von Bauernfeind-Medaille 2016
Synthese
fatum 6 | , S. 3
Inhalt

Editorial

Liebe Leserin, Lieber Leser,

überall trifft etwas aufeinander, vermischt, verbindet, verflechtet und verzahnt sich. Von den kleinsten Elementarteilchen der Materie über benachbarte und entfernte Genkomplexe in Zellen bis hin zu Menschen, Technologien, Wissen, Meinungen und Kommunikationssystemen. Das bedeutet: die Synthese ist ein Grundprinzip unserer Lebenswelt. Doch in welchen Kontexten liefert die Synthese Sinn- und Wertvolles? Gibt es das überhaupt: keine Synthese – beziehungsweise, gibt es die Anti-Synthese? Diese und andere Fragestellungen bilden den Schwerpunkt der Sommerausgabe ’17 von fatum, dem Magazin für Philosophie der Wissenschaft, Technik und Gesellschaft der Technischen Universität München.

In der Rubrik Was ist das …? geben zunächst drei Experten kurze Einführungen in die Thematik. Prof. Klaus Mainzer betrachtet die Synthese als wissenschaftliche Methodik und erklärt, welche Formen der Synthese die unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen verwenden. Prof. Lisa Herzog stellt die Frage, ob sich der Hegelsche Dreischritt These&endash;Antithese&endash;Synthese dazu eignet, politische Prozesse zu verstehen. Auch Jun.-Prof. Elena Ficara definiert Synthese in Bezugnahme auf die Philosophie Hegels und setzt sie in einen Vergleich mit Immanuel Kants Frage nach der Möglichkeit synthetischer Urteile a priori.

Die Rubrik Praefrontal beschäftigt sich mit unterschiedlichen Verwendungsweisen von Methoden, Begriffen und Konzepten. Dabei stellt Dr. Fiorella Battaglia verschiedene Möglichkeiten vor, wie die Natur des Menschen als begriffliche Synthese verstanden werden kann.

In unserer neuen Rubrik Treibstoff stellen Studierende ab sofort Klassiker der Technikphilosophie vor. Felix Edel und Sebastian Wegscheider erläutern hierfür Ernst Kapps Konzept der Organprojektion.

Für die Rubrik Internationale Perspektiven konnten wir Prof. Naoshi Yamawaki der Universität Tokio gewinnen. Er untersucht, wie das gegenwärtige Verständnis von Synthese mit deren Idee im Deutschen Idealismus historisch verbunden ist. Im April haben wir uns auf die Reise nach Twente in den Niederlanden gemacht, um den Technikphilosophen Prof. Peter-Paul Verbeek in seinem DesignLab zu interviewen und ein Gespräch über Technology Mediation zu führen.

In der Rubrik Vom Wesen der Dinge entwickelt Julius Kobold seinen eigenen Entwurf für neue digitale Netzwerke, die für ihn einen Balanceakt zwischen menschlichem Informations- und Fokussierungsbedürfnis respektieren sollen.

In der Winterausgabe ’16 führte Maria Heinrich mehrere Interviews mit den Verantwortlichen des Projektes Hawi, einem besonderen Wohnprojekt für Studierende und Geflüchtete in Wien. Für den zweiten Teil ihres Beitrags ist sie dorthin gefahren, um direkt berichten zu können, ob und wie partizipative Wohngestaltung eine positive Synthese zwischen diesen beiden Gruppen ermöglichen kann. Über ihre Eindrücke und Beobachtungen lesen Sie in der Rubrik In die Werkstatt.

Muriel Leuenberger setzt sich in der Rubrik Die Maschine mit der Frage auseinander, inwiefern die Tiefenhirnstimulation – eine Mensch-Maschine-Synthese par Excellence – etablierte Authentizitätskonzepte herausfordert.

Wir freuen uns sehr, dass wir die Lyrikerin Nadja Küchenmeister für die Rubrik Literatur mit ihrem Gedicht mitternacht gewinnen konnten.

Christoph Behrens analysiert in der Rubrik Neue Wege die moralischrechtlichen Implikationen von smarten Verträgen im Zeitalter der Kryptowährungen.

Auch weitere Artikel in dieser Ausgabe laden dazu ein, Philosophie zu entdecken. Alle Ausgaben von fatum sowie exklusive Onlinebeiträge können Sie auf unserer Webseite www.fatum-magazin.de nachlesen und kommentieren. Unsere Redaktion freut sich über Gedanken zum Magazin.

Viel Spaß beim Lesen!

Wünschen
Severin Engelmann, Sarah Frank und Verena Zink
im Namen der fatum-Redaktion.


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