Gewinner der Karl Max von Bauernfeind-Medaille 2016
Philosophie entdecken
fatum 1 | , S. 3
Inhalt

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

Es ist uns eine Freude, die erste Ausgabe von fatum zu präsentieren. Unter dem Motto „Philosophie entdecken!“ werden in fatum alle sechs Monate Artikel, literarische Stücke und philosophische Essays zu Naturwissenschaft, Technik und Gesellschaft erscheinen. Für diese Ausgabe haben Studierende und Dozenten des Masters Wissenschafts- und Technikphilosophie an der TUM sowie internationale Gastautorinnen und -autoren insgesamt 20 Beiträge beigesteuert.

Welch unterschiedliche Auffassungen von Philosophie es gibt und was Philosophieren für sie ausmacht, erläutern in dieser Ausgabe drei professionelle Philosophen knapp und bündig: Klaus Mainzer, Professor an der TUM und Gründer des Munich Center for Technology in Society (MCTS), stellt unter anderem die Rolle von Philosophie als Grundlagenforschung der Wissenschaft dar. Jörg Wernecke, Dozent für Philosophie am MCTS und Geschäftsleiter der Carl von Linde-Akademie an der TUM, geht auf die Bedeutung von Philosophie als Quelle der Orientierung im menschlichen Leben ein. Ulrich Weiß, Professor für Politische Theorie an der Hochschule für Politik München und Dozent am MCTS, gibt eine Einführung in das Gebiet der politischen Philosophie.

Philosophie ist vielfältig und global. In unserer Rubrik Internationale Perspektiven wollen wir Autorinnen und Autoren aus aller Welt zu Wort kommen lassen und ihre Gedanken in Original und Übersetzung zugänglich machen. Wie Philosophie kulturelle, sprachliche und auch fachliche Grenzen überwindet, beschreibt der Ingenieurstudent Brandon Lenz in seinem Essay Found in Translation. Beidsprachig auf Russisch und Deutsch vermittelt Jana Bolvashenkova in Voluntarismus und besondere Verpflichtungen ihre Forschung über unsere Verantwortung in alltäglichen Beziehungen. Das Kunstprojekt In Medias Res von Nefeli Papakyriakopoulou nimmt Bezug auf Migration im mediterranen Raum.

 

Melina Sánchez beleuchtet das Wesen der Legitimität und die Verfassung Perus. Ihr Essay erscheint im spanischen Original mit deutscher Übersetzung.

Über viele Probleme aus den Wissenschaften und Künsten kann man erst dann sinnvoll philosophieren, wenn man sich auf die Eigenheiten der einzelnen Disziplinen einlässt und sich mit ihren konkreten Inhalten vertraut macht. Diese Erdung in der Anwendung betont unsere Rubrik „In die Werkstatt!“. Frei nach Galilei soll hier in jeder Ausgabe ein Einblick in eine Manufaktur, einen Handwerksbetrieb, ein Atelier oder ein Labor gegeben werden, um die Verflechtung von Theorie und Praxis an einem konkreten Beispiel aufzuzeigen. Für fatum hat Christoph Behrens das Centre for Playware in Kopenhagen besucht und berichtet davon in Spielen mit Zukunft.

Technische Artefakte mit ideellem Einfluss auf Wissenschaft, Philosophie oder Kultur stellen wir in „Die Maschine“ vor. Der Musiker Daniel Petric präsentiert in dieser Ausgabe ein besonderes Instrument, den SuperCollider Soundwalk - samt Blaupausen und Codevorlagen für Arduino basierte Sonifikation.

Wie wissenschaftlich sind die Ingenieurwissenschaften? Gegen das verbreitete reduktionistische Dogma von Ingenieurwissenschaften als bloß angewandten Naturwissenschaften argumentiert der Philosoph und Physiker Wolfgang Pietsch, Dozent für Wissenschaftstheorie am MCTS. Er zeichnet die Umrisse einer Wissenschaftstheorie, die dem wissenschaftlichen Eigenwert von Ingenieurmethoden gerecht wird.

Viele weitere Texte in fatum warten darauf, entdeckt zu werden. Über Rückmeldungen und Gedanken zum Heft freuen wir uns jederzeit.

Viel Spaß beim Lesen!
wünschen Samuel Pedziwiatr, Felix Reuß und die fatum-Redaktion.


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