Gewinner der Karl Max von Bauernfeind-Medaille 2016
Dialog
fatum 5 | , S. 3
Inhalt

Editorial

Liebe Leserin, Lieber Leser,

gelungene Dialoge gelten in Zeiten wachsender Spaltungen in der Gesellschaft als besonders wertvoll. Doch was kann Dialog erreichen? Welche Kriterien sind für Dialoge wünschenswert? Welche Dialogformen gibt es – bei Menschen, Tieren und Maschinen? Was ist der Wert der Einsamkeit und wann sollte Dialog verweigert werden? Diesen und anderen Fragen widmet sich die vorliegende Winterausgabe von fatum, dem Magazin für Philosophie der Wissenschaft, Technik und Gesellschaft an der Technischen Universität München.

In der Rubrik Was ist das…? geben drei Experten kurze Einführungen in die Thematik. Prof. Rapp betrachtet die antiken Wurzeln des Dialogs. Er erklärt, wie die drei großen Philosophen Sokrates, Platon und Aristoteles Dialog verstanden und methodisch nutzten. Anschließend erläutert Prof. Mainzer, wie Dialoge zwischen Personen auf einer fundamentalen Ebene den formalen Regeln der Logik folgen. Der Innovationsforscher Dr. Sicco Lehmann-Brauns definiert gesellschaftliche Strukturen, die als Schnittstelle für Dialog zwischen Wissenschaft und Industrie dienen können.

Die Rubrik Praefrontal beschäftigt sich mit unterschiedlichen Verwendungsweisen von Methoden, Begriffen und Konzepten. Dr. Edgar Hättich beleuchtet das dialogische Wesen des menschlichen Denkens.

Für die Rubrik Internationale Perspektiven schreibt Orestis Papakyriakopoulos über die Emergenz von Kooperation unter Egoisten. Hannah Fricke analysiert die mündliche Überlieferung der Ursprungsgeschichte des indonesischen Dorfs Bakan. Auszüge des transkribierten Originals haben wir in der Sprache Lamaholot abgedruckt.

Für unser Interview in der Rubrik Vom Wesen der Dinge konnten wir den Medienwissenschaftler und Philosophen Prof. Norbert Bolz gewinnen. Unser Gespräch über die Obsession des wirklich Wirklichen und die Bedeutung von Einsamkeitsfähigkeit finden Sie auf Seite 37. Dr. Jan Engelmann untersucht die evolutionsbiologische Funktion des Gossip.

Maria Heinrich präsentiert in der Rubrik In die Werkstatt das Projekt Hawi, in dem Studierende und Geflüchtete in Wien zusammen ihr Zuhause gestalten. In einem zweiten Teil wird sie für die fatum Sommerausgabe 2017 selbst nach Wien fahren, um über die langfristige Wirkung des Projekts zu berichten.

Sylvester Tremmel stellt die Frage, ob Menschen wirklich mit Maschinen sprechen können. Seinen Beitrag lesen Sie in der Rubrik Die Maschine.

Wir freuen uns sehr, dass die Lyrikerin Ulrike Draesner für die Rubrik Literatur das Gedicht forsythien, die knallgelb, noch blattlos, ihr würfeln beigetragen hat (Seite 65).

Dr. Christoph Egle und Paul Grünke setzen sich in der Rubrik Neue Wege mit Dialogen zwischen sozialen Systemen am Beispiel des Innovationsdialoges der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften auseinander.

Weitere Artikel in dieser Ausgabe laden dazu ein, Philosophie zu entdecken. Alle Ausgaben von fatum können Sie auf unserer Webseite www.fatum-magazin.de nachlesen und kommentieren.

Über Gedanken zu dem Magazin freut sich unsere Redaktion rund um die Studierenden des Masters Wissenschafts- und Technikphilosophie der TU München.

Viel Spaß beim Lesen!

Wünschen
Severin Engelmann, Sarah Frank und Verena Zink
im Namen der fatum-Redaktion.


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